Sicherheit auf Reisen – Wie gefährlich ist Lateinamerika wirklich?

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Seit 2012 reise ich jedes Jahr nach Lateinamerika und bisher ist mir nichts passiert. Schon mal ein gutes Zeichen!

In den Medien hört man allerdings häufig von Drogenkriegen, Raubüberfällen, Entführungen, Gewaltverbrechen oder Schießereien. Und auch Freunde und Bekannte fragen mich oft, ob ich keine Angst habe, auf eigene Faust in so unsichere Länder wie Mexiko oder Kolumbien zu reisen und warum ich mich der Gefahr aussetze, bedroht, ausgeraubt oder sogar verschleppt zu werden.

 

WAS IST DRAN AN DEM BILD ÜBER LATEINAMERIKA?

Fakt ist, dass das Verschwinden der 43 Studenten in Mexiko vor ein paar Jahren die traurige Realität ist. Die Vorfälle bei den letzten Olympischen Spielen in Brasilien stimmen ebenfalls und auch die Probleme zwischen den Drogenbanden sind nicht ausgedacht. Klar, man kann nicht leugnen, dass solche Dinge in Lateinamerika passiert sind und immer noch passieren.

Dazu kommt allerdings, dass Medien auch gerne mal Geschichten dramatisieren und ausschlachten. Positive Ereignisse werden meist gar nicht erwähnt. Es ist also nicht verwunderlich, dass sich ein eher negatives Bild in vielen Köpfen festsetzt.

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Inwiefern bist du als Individualreisender oder Backpacker davon überhaupt betroffen?

Zuerst möchte ich festhalten, dass in keinem Land Lateinamerikas die ganze Breite der Bevölkerung von den beschriebenen Problemen betroffen ist. Als Tourist bekommst du dementsprechend davon noch weniger bzw. gar nichts mit. Wenn du dich nicht gerade mit nem Drogendealer anlegst oder dich anderweitig einmischt, sollte dir also nichts passieren.

Worauf du aber trotzdem achten solltest, wenn du in Lateinamerika unterwegs bist und was du tun kannst, um dich sicher zu fühlen, möchte ich heute mal näher beleuchten und dir ein paar Tipps an die Hand geben.

 

SICHER DURCH LATEINAMERIKA REISEN

Ich glaube, die eigene Sicherheit hängt größtenteils vom eigenen Verhalten ab. Es gibt ein paar Grundregeln, die du beachten solltest, um brenzligen Situationen aus dem Weg zu gehen. Dann kann dir eigentlich nichts passieren.

1. Informiere dich vorab

Klick dich durch Reiseblogs und sprich mit Leuten, die schon Erfahrungen mit Lateinamerika haben. Schau auch mal beim Auswärtigen Amt vorbei. Auch wenn ich kein großer Fan der Darstellung auf der Seite bin, findest du hier detaillierte Infos zu Risiken und Gefahren.

2. Hör auf dein Bauchgefühl und verlass dich auf deine Menschenkenntnis

Einen besseren Tipp kann ich dir nicht geben! Wenn ich zum Beispiel in ärmere Stadtviertel gerate und mich unwohl fühle, drehe ich sofort um. Mit offenen Augen und ein bisschen Köpfchen kannst du fast jede Situation und jedes Risiko richtig einschätzen.

3. Frag Einheimische

Wenn du dir nicht sicher bist, ob du bestimmte Stadtbezirke lieber meiden solltest oder ob es gefährlich ist, nachts alleine auf Achse zu sein, frag einen Einheimischen. Am besten jemanden aus deiner Unterkunft. Denn wer kann die Lage besser einschätzen, als ein Local, der hier höchstwahrscheinlich aufgewachsen ist?

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4. Sei vorsichtig, wenn es dunkel ist

Dass man nachts gar nicht auf die Straße gehen sollte, kann ich nicht pauschal sagen. Das hängt immer von der jeweiligen Situation ab. Daran musste auch ich mich gewöhnen. Fest steht aber, dass Kriminelle abends noch aktiver sind, als tagsüber. Halte dich also lieber auf belebten Straßen auf und meidet Orte abseits der Touristenpfade, wenn es dunkel ist. Klar ist natürlich auch, dass man als Betrunkener ein viel leichteres Opfer für Taschendiebe ist.

Wie die Lage in Stadtvierteln ist, die ich noch nicht kannte, konnte ich immer am besten bei Tageslicht einschätzen. Tagsüber ist die Polizei in vielen Städten zwar sehr präsent, um die Sicherheit zu erhöhen, nachts aber nicht. Es gibt Regionen, da ist es gar kein Problem, sich im Dunkeln auf der Straße aufzuhalten und welche, an denen ich entweder zurück in meiner Unterkunft war, bevor es dunkel wurde, oder mir ein Taxi genommen habe.

Auf der Straße habe ich allerdings bisher noch nie ein Taxi angehalten, sondern bin immer zu einem offiziellen Taxistand gelaufen. Wenn ich keinen in der Nähe gesehen habe, habe ich einen Einheimischen nach dem nächsten offiziellen Punkt gefragt. Du kannst natürlich auch jemanden bitten, dir ein Taxi zu rufen. Du wirst schnell sehen, dass die Menschen unglaublich hilfsbereit in Lateinamerika sind! In Mexiko wurde mir zum Beispiel eine vierstellige Taxinummer am Telefon durchgesagt, die ich mit der Nummer auf dem Taxi abgeglichen habe, bevor ich eingestiegen bin. Ansonsten kannst du auch in vielen lateinamerikanischen Großstädten ein Taxi über die UBER-App rufen. Die Liste der Städte findest du hier > UBER.

5. Verhalte dich bescheiden und unauffällig

Damit meine ich Klamotten und Wertsachen. Ich hab’s noch nie ausprobiert, aber ich denke, es ist sicherer, nicht mit Wertgegenständen in der Öffentlichkeit  zu prahlen. Als Backpacker mit einfachen Turnschuhen bist du uninteressanter für Diebe, als jemand mit teurer Armbanduhr und Spiegelreflexkamera um den Hals.

Wenn ich einen Tagesausflug mache oder nur kurz in der Stadt unterwegs bin, lasse ich meine Wertsachen meistens in der Unterkunft. Wenn vorhanden, natürlich im Schließfach oder Safe. Aber auch sonst lasse ich Reisepass und Kreditkarte lieber im Hostel oder Hotel und nehme stattdessen eine Kopie meines Reisepasses und ein bisschen Bargeld mit.

6. Sei offen

Zu guter Letzt: Sei offenherzig und nicht zu skeptisch! Die Latinos sind die, die mir gezeigt haben, was Lebensfreude wirklich bedeutet! Ich habe eine unglaubliche Herzlichkeit und ernstgemeinte Gastfreundschaft erfahren, die ich in der Form vorher noch nie erlebt hatte. Sie haben mich in ihre Esskultur eingeführt und mir Salsa beigebracht und mir ihre positive Lebenseinstellung jedes Mal ein wenig näher gebracht. Ich kann nicht beschreiben, wie mich das umgehauen hat!

Es ist ein wundervolles Volk, das es einfach verdient hat, ihm offen gegenüberzutreten! Lass deine Skepsis zuhause! Eine Grundvorsicht kann zwar nicht schaden, aber Panik ist hier völlig fehl am Platz! Genieß die Zeit in Lateinamerika und geh offen auf die Einheimischen zu! Du wirst merken, wie herzlich du überall aufgenommen wirst!

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