Stockholm – ein winterlicher Städtetrip – Teil 2

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Habt ihr schon gelesen, was in den ersten Tagen unseres Wochenendtrips nach Stockholm passiert ist? Nein? Dann zuerst >> hier entlang!
 

Ein Wochenende in Stockholm: Teil 2

Dass der Feueralarm zwei Nächte hintereinander losgeht, wäre ein zu großer Zufall und ziemlich unrealistisch.
 
Unrealistisch, aber nicht unmöglich.

Selber Ort, selbe Uhrzeit, selber Alarm. Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Ich fasse es einfach nicht. Diesmal stehen auch unsere Zimmernachbarn kopfschüttelnd im Flur und weigern sich, vor die Tür zu gehen.
Nach ein paar Minuten wissen wir endlich, was der Auslöser ist. Besser gesagt, wer. Während ich noch an einen technischen Defekt glaube, spricht sich herum, dass sich einer der Bootsbewohner im betrunkenen Kopf gleich zweimal hintereinander hat einfallen lassen, den Feuerlöscher zu missbrauchen und sich anschließend in der Toilette zu verschanzen. Ein Streich, der mir vielleicht egal gewesen wäre, wenn wir nicht vorgehabt hätten, am nächsten Morgen in die Schären zu fahren.

Wieder schlaflos, aber mit voller Vorfreude geht es quer durch die Altstadt bis zum Fährhafen. Die kalte frische Luft im Gesicht tut unglaublich gut. Es ist bewölkt und ich mag früh aufstehen nicht, aber heute hat es sich gelohnt. Die Stadt schläft noch … Ganz alleine hier zu sein, hat einen ganz eigenen Charme. Bis auf ein, zwei Bäckereien haben noch alle Geschäfte geschlossen. Es erinnert mich an sonntägliche Schaufensterbummel aus Kindertagen.

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Mit geschmierten Broten im Gepäck schlendern wir entspannt zur Fähre. „Vaxholm?“ Am Eingang der Fähre begrüßen uns zwei freundliche Schweden und bitten uns auf das Boot. Zahlen können wir an einem Schalter am Eingang, bevor wir von der Fähre gehen. Die Fahrt kostet umgerechnet 8€ und natürlich können wir hier mit EC-Karte (meist nur Maestro) oder Kreditkarte zahlen.

Erkenntnis Nr. 3: Mit Bargeld zahlen hier höchstens die Touristen. In Schweden klappt das bargellose Bezahlen einfach einwandfrei.

 

Der Stockholmer Schärengarten

Die Fähre legt zusammen mit ein paar anderen Touristen und Einheimischen pünktlich um 9.30 Uhr ab. Anderthalb Stunden geht es quer durch den Schärengarten. In Erinnerung aus Sommertagen habe ich hunderte üppig begrünte Inseln mit bunt gestrichenen Astrid-Lindgren-Holzhäusern, die mit einem tiefblauen Sommerhimmel noch farbenfroher erstrahlen. Der Nebel lässt die kleinen Inseln heute eher in blassen Farben erscheinen und ein paar in der Ferne sogar verschwinden. Ich bin erst ein bisschen enttäuscht, aber entscheide dann, dass dieses graue Wetter da draußen irgendwie etwas Mystisches und Geheimnisvolles an sich hat. Ich schaue aus dem Fenster und verliere mich ein paar Minuten in Gedanken.


 
Dann legen wir in Vaxholm an. Im Sommer ist die Insel ein unglaublich belebtes, fröhliches Fleckchen inmitten der Stockholmer Schären. Ich war schon zweimal hier und komme immer wieder gerne nach Vaxholm. Heute kann ich mich allerdings mit dem ungemütlichen Wetter nicht sor richtig anfreunden. Schweren Herzens entscheiden wir uns also, mit dem Bus wieder nach Stockholm zurückzufahren. Zu schade!

Zum Glück ist es noch früh genug, um unsere Pläne umzuschmeißen und so machen wir kurzerhand eine Tour durch Stockholms wahrscheinlich einzigartigste Kunstgalerie.
 

Die Stockholmer Metrokunst

Man sagt, die Stockholmer U-Bahn sei die längste Kunstgalerie der Welt, denn 90 der 110 Haltestellen sind mit viel Liebe und Detail kunstvoll dekoriert und gestaltet. Ich kann den Stockholmern nur Recht geben! Eigentlich halte ich mich nicht besonders gern an Metrostationen auf, aber hier verpasse ich gern die ein oder andere U-Bahn, um all die Wandbemalungen, Mosaike, Skulpturen und Farben auf mich wirken zu lassen. Was für eine tolle Idee! So macht U-Bahn-Fahren Spaß!

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T-Centralen
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Kungsträdgården

Wenn du ein wenig mehr Hintergründe über die U-Bahn-Kunst und ihre fast 150 Künstler erfahren möchtest, solltest du die geführte Kunsttour nicht verpassen. Auf Schwedisch wird sie das ganze Jahr angeboten, auf Englisch nur im Sommer zwischen Juni und August. Die Tour ist kostenlos und geht dienstags, donnerstags und samstags um 15.00 Uhr los. Treffpunkt ist das Sergels Torg Center am Hauptbahnhof (T-Centralen). Alles, was du dafür brauchst, ist ein gültiges Metroticket.

Wir haben die sogenannte Tunnelbana (was für ein liebliches Wort!) auf eigene Faust erkundet. Dies folgenden Stationen kann ich sehr empfehlen: Kungsträdgården, T-Centralen und Rådhuset auf der blauen Linie, Hötorget und Thorildsplan auf der grünen Linie und Stadion auf der roten Linie.
 

Meatballs for the people – das beste Köttbullar in Stockholm

Auf der Suche nach einem leckeren Mittagessen landen wir wieder im beliebten Viertel Södermalm. Heute wollen wir was typisch Schwedisches essen und spätestens seit IKEA kennen und lieben wir es alle: das schwedische Nationalgericht Köttbullar: Fleischbällchen mit Kartoffelbrei und Preiselbeeren. Wir finden ein kleines, modern eingerichtetes Restaurant in einer Nebenstraße der Folkungagatan und sind sofort begeistert! Meatballs for the people heißt der Laden, dessen Konzept mich auf Anhieb überzeugt. Denn hier kommen nur biologisch angebaute Zutaten auf den Tisch und das Fleisch kommt von Bauern aus der Region.

Wo du das Restaurant findest? Auf Södermalm in der Nytorgsgatan 30.

 

Den letzten und dritten Tag verbringe ich allein in Stockholm. Nach einem schnellen, gemeinsamen Frühstück im niedlichen Café Vurma auf Södermalm (Bergsunds Strand 31) schlendere ich ein letztes Mal durch das hippe Viertel, noch einmal durch die Altstadt, erhasche noch einen Blick von oben auf die Stadt und mache mich dann auf zum Fotografiemuseum.

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Café Vurma am Bergsunds Strand

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Meine Empfehlung im Vurma Café: Eine hausgemachte Zimtschnecke und ein Semla – ein Gebäck aus Hefeteig mit Kardamon und ist mit einem großen Klecks Sahne dekoriert – lecker!

 

Das Fotografiemuseum Fotografiska

 

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Das im alten Zollhaus beherbergte Fotografiemuseum

 
Fotografiska ist kein gewöhnliches Museum. Vielmehr ist es ein Treffpunkt, bei dem sich thematisch alles um die Fotografie dreht. Für alle Kameraliebhaber also ein Muss! Manchmal finden hier Konzerte statt, du kannst hier außerdem Fotokurse belegen, die nicht nur für Fortgeschrittene, sondern auch für Anfänger geeignet sind, oder es dir im Café oder Restaurant auf der oberen Etage gemütlich machen. Selbst das Gebäude ist ein Hingucker: ein ehemaliges im Jugendstil gebautes Zollhaus.

Direkt am Wasser gelegen zeigt es wechselnde Ausstellungen auf mehreren Etage. Ich habe hier Stunden verbracht und war von der Ausstellung im Februar „We Have a Dream“ total beeindruckt! Sie portraitiert Menschen aus aller Welt, die alle dieselbe Message haben: Für die, die an ihre Träume glauben, ist nichts unmöglich. Wundervoll!

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Ausstellung „We Have a Dream“
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Blick aus dem Fotografiska Café

Erkenntnis Nr. 4: Trotz Winter gibt es eine ganze Menge Unternehmungsmöglichkeiten in der schwedischen Hauptstadt. Dennoch ist Stockholm eine Sommerdestination, in der man sich viel und oft draußen aufhält und die vor allem von ihrem sommerlichen Flair auf den Straßen und auf ihren Inseln rund um Stockholm lebt.

Ob ich wiederkomme? Definitiv! Aber nur noch in der warmen Jahreszeit!

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