Warum eine Weltreise für mich nicht der einzige Weg ist, um viel zu reisen

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Das klingt erstmal so, als wäre ich dazu gezwungen, demnächst auf Weltreise zu gehen und wäre nun froh, sie nicht angehen zu müssen. So ist es natürlich nicht.

Wie einige von euch wissen, ist es sogar mein lang ersehnter Wunsch, durch die Welt zu bummeln und mir dafür mehr Zeit zu nehmen, als 30 Urlaubstage im Jahr.

Aber muss es wirklich eine Weltreise im klassischen Sinn sein?

Job kündigen, Geld sparen, Wohnung kündigen, Flug buchen und monatelang, vielleicht jahrelang unterwegs sein?

Viele meiner Generation zumindest scheinen es als einzige Option zu sehen. Entweder, man reist ein paar wenige Male im Jahr oder man gibt direkt alles zuhause auf und reist dauerhaft.

Passt das überhaupt zu mir?

Ich dachte lange, dass diese Form, die Welt zu entdecken, genau mein Ding sei. Und Martin würde sogar mitkommen! Gibt es etwas Schöneres, als seinen Traum zusammen zu erleben?

Aber irgendwas ließ mich doch daran zweifeln. Denn ich fing gar nicht an, zu planen wie sonst, wenn ich Pläne schmiede und es kaum erwarten kann. Das war für mich Zeichen genug, den Gedanken erstmal ruhen zu lassen. Irgendwann würde die Antwort an meine Tür klopfen und mich darüber aufklären, was genau mir an der Vorstellung nicht gefiel und was mich zweifeln ließ. Der Gedanke musste sich schließlich erstmal entwickeln, bevor ich kopflos in ein Abenteuer springe, das ich auf diese Weise vielleicht gar nicht erleben wollte.

So war es auch. Und meistens ist die Lösung am Ende so simpel wie der innere Konflikt, vor dem ich vorher noch stand. Denkt eigentlich niemand an die Alternativen dazwischen?

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Warum eine klassische Weltreise nicht das Richtige für mich ist

Ich sehe mich als viel zu bodenständig, als dass ich dazu bereit wäre, mein soziales Umfeld oder Berlin dauerhaft aufzugeben. Den Ort, an dem ich mich sehr wohl und zuhause fühle. Geschweige denn, mein kleines Business über Bord zu werfen, das ich gerade erst beginne. Momentan zumindest. Wer weiß, durch welche Lebensereignisse sich meine Einstellung nochmal ändert.

Das heißt nicht, dass ich an unserer Wohnung oder unseren Möbeln hänge. Oder dass Berlin der letzte Ort ist, an dem ich leben möchte. Auch nicht, dass eine Weltreise damit einhergeht, mit Familie und Freunden zu brechen.

Vielmehr heißt es, dass ich einen Reise- und Lebensstil bevorzuge, in dem ich das vereinen kann, was mir lieb und teuer ist. Und dazu gehört vor allem,

die Dinge zu ändern, die mich unglücklich machen,
ABER an den Dingen festzuhalten, die mich glücklich machen.

Also warum sollte ich auf Teufel komm raus alle Zelte abreißen, wenn es Dinge gibt, die ich gar nicht aus meinem Leben verbannen will? Wenn ich gar keine Abstriche machen will? Wenn mir eine Basis, von der ich mehrmals im Jahr aus reisen kann, gut gefällt?

Warum sollte ich mir nach jeder Reise einen neuen Ort auf der Welt suchen, an dem ich mich wohlfühlen könnte, wenn ich auch einfach erst einmal für eine Zeit an meinen Wohlfühlort zurückkehren kann? Um dort das Erlebte sacken zu lassen und verarbeiten zu können. Um Erkenntnisse daraus zu schöpfen. Um die nächsten Reisepläne zu schmieden.

Warum sollte ich mehr Zeit mit neuen Bekanntschaften, als mit engen Bezugspersonen verbringen, mit denen ich mich genauso tiefsinnig austauschen kann, die mich vielleicht genauso inspirieren, motivieren, unterstützen und frischen Wind in mein Leben bringen?

Warum sollte ich mir noch weitere Reverse Culture Shocks antun, wenn ich von zurückliegenden Auslandsaufenthalten weiß, wie kräftezehrend und langwierig es ist, diese zu überstehen? Wenn man einsehen muss, dass auch das Leben der Zuhausegebliebenen weitergegangen ist, sich aber in eine andere Richtung entwickelt hat und man sich in seinem gewohnten Umfeld plötzlich fremd fühlt. Wenn sie dich verstehen wollen, aber sich fragen, warum du nicht einfach froh bist, wieder zuhause zu sein. 

Es ist ein Phänomen, das mich schon mehrmals heimgesucht hat und das ich selbst mit Erfahrung nicht wirklich kontrollieren kann.

Ist es das wirklich wert?

Welche Alternative sich für mich richtig anfühlt

Ich habe meinen – nennen wir es – persönlichen Reisestil gefunden, mit dem ich rundum zufrieden bin. Der mir ein Gefühl von Freiheit gibt.

Ich möchte nicht ununterbrochen unterwegs sein, aber das hält mich noch lange nicht davon ab, die Welt zu bereisen. Auf meine Weise. Auch nicht, meinen Traum eines flexiblen und unabhängigen Lebensstils zu verwirklichen. Für mich fühlt es sich richtig an, spontane Entscheidungen treffen zu können und auch mal sagen zu können: „Ich fahre für ein paar Tage in meine Heimatstadt und arbeite von da aus“ oder „Ich fliege morgen an Ort XY, weil ich einfach mal ausspannen möchte“.

Mir schwirrt auch schon das nächste Projekt im Kopf rum, aber das wird erst verraten, wenn es spruchreif ist 😉

Wie steht ihr zum Thema Weltreise? Ist es für euch nur ein Hype der jungen Generation? Oder genau euer Ding? Die Chance, herauszufinden, was ihr wirklich wollt?

Wie fühlt es sich für euch an? Ich freue mich über eure ehrlichen Meinungen und Kommentare!

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